BANCOS kündigt neue Generation seiner Kernbanken-Plattform an

Die Entwicklung ist in vollem Gange: Im laufenden zweiten Halbjahr 2026 wird die erste Ausbaustufe der neuen Generation von BANCOS Core Banking verfügbar sein. Warum wir uns für eine vollständige Neuentwicklung unseres Kernbanksystems entschieden haben und auf welchen technologischen und bankfachlichen Grundsätzen sie beruht – auf diese und weitere Fragen antwortet unser CEO Christian Binderbauer hier im Interview.

Warum haben wir uns für die Neuentwicklung von BANCOS Core Banking entschieden?

Christian Binderbauer, CEO der BANCOS AG: Am Anfang stand eine grundsätzliche Abwägung: Modernisieren wir unser bestehendes Kernbanksystem Schritt für Schritt – oder setzen wir es ganz neu auf? Beide Wege haben wir ernsthaft geprüft.

Das Ergebnis war eindeutig. Nur eine vollständige Neuentwicklung wird den aktuellen technologischen Sprüngen gerecht – allen voran dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Nur so können wir das erfüllen, was Banken heute wirklich brauchen: eine Kernbankinfrastruktur, die kosteneffizient arbeitet und ihnen weitgehende Eigenständigkeit sichert. Diese Kombination lässt sich auf einer modernisierten Bestandsplattform nicht überzeugend abbilden. Deshalb haben wir uns bewusst für den anspruchsvolleren, aber konsequenten Weg entschieden.

Was wird die neue Generation BANCOS Core Banking auszeichnen?

Das sind vor allem drei Dinge. Erstens der architektonische Ansatz: Das neue BANCOS Core Banking ist eine schlanke, „headless“ Plattform, die sämtliche Services über moderne Schnittstellen bereitstellt. Frontends für Kunden und Mitarbeitende kommen von unserem Partner – oder die Bank bindet Anwendungen ihrer Wahl ein. Damit besinnt sich BANCOS wieder auf seine DNA: Wir bilden Bankfachlichkeit nach allen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Standards im Backend ab und kooperieren im Bereich der Touchpoints zum Bankkunden mit Spezialisten.

Die neue BANCOS Plattform wird fast ohne Integration in bestehende Systeme der Anwenderbank auskommen. Das senkt Dauer, Kosten und Risiko von Implementierungsprojekten erheblich.

— Christian Binderbauer // CEO der BANCOS AG

 

Zweitens die Produktfunktionalitäten: Die Plattform deckt die wesentlichen Bankgeschäfte ab – Einlagen, Girokonten und Karten sowie Kredite. Diese Produktmodule kommen schrittweise ab dem zweiten Halbjahr 2026 bis 2027 auf den Markt. BANCOS Core Banking wird sich kontinuierlich weiterentwickeln und Funktionalitäten im Retail- und Business-Banking abdecken.

Und drittens als ein wesentliches Prinzip dahinter: „ein BANCOS für alle Kunden“. Eine gemeinsame Codebasis erlaubt es uns, Funktionalität zu entwickeln, die allen Banken gleichermaßen zugutekommt – und das in deutlich kürzeren Releasezyklen. Die Plattform wird fast ohne Integration in bestehende Systeme der Anwenderbank auskommen. Das senkt Dauer, Kosten und Risiko von Implementierungsprojekten erheblich.

Welche technologischen Weichen haben wir bei der Neuentwicklung bewusst gestellt?

Zwei Entscheidungen waren grundlegend – und beide zahlen auf dasselbe Ziel ein: die Eigenständigkeit der Bank.

Die erste betrifft den Betrieb. Das neue BANCOS Core Banking läuft in der Cloud-Infrastruktur der Bank selbst – nach dem Prinzip der absoluten Datenhoheit. Unterstützt werden dabei alle Cloud-Anbieter, die Kubernetes und PostgreSQL bereitstellen: neben den US-Hyperscalern ausdrücklich auch europäische Anbieter wie z. B. StackIT. Dieser offene Ansatz ist bewusst gewählt. Er erlaubt es Banken, ihre Kernbankinfrastruktur souverän aufzustellen – gerade mit Blick auf die Ära des KI-gestützten „Intelligent Banking“, in der die Kontrolle über die eigenen Daten zur strategischen Frage wird.

Der offene Ansatz von BANCOS Core Banking ist bewusst gewählt. Er erlaubt es Banken ihre Kernbankinfrastruktur - gerade mit Blick auf die Ära des KI-gestützten „Intelligent Banking" - souverän aufzustellen.

— Christian Binderbauer // CEO der BANCOS AG

 

Die zweite Entscheidung betrifft den Weg der Entwicklung. Wir haben nicht die Altsystemplattform überarbeitet und technisch modernisiert, sondern vollständig neu entwickelt. Bewährte Funktionalität der Vorgängergeneration bleibt dabei nicht auf der Strecke. Jedes neue Feature wird gegen die etablierten Funktionen des Vorgängers getestet. So überführen wir mehr als 35 Jahre Kernbanken-Expertise in eine moderne Architektur – ohne den fachlichen Reifegrad zu verlieren, der in dieser Zeit entstanden ist.

An welchen Grundsätzen richten wir die Entwicklung insgesamt aus?

Wir haben vier Leitprinzipien für die neue Generation unseres Kernbanksystems definiert:

  • Cloud-nativer und KI-bereiter Tech-Stack – als Fundament für Intelligent Banking.
  • Schnelle Time-to-Market durch einfache Integration – neue Angebote schneller launchen können, mit minimalem Projektaufwand.
  • Transparente, nutzungsbasierte Betriebskosten – planbar und fair statt starrer Lizenzmodelle.
  • Ein starker Beitrag zur digitalen Souveränität – Kontrolle über Technologie und Daten bleibt bei der Bank.

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