Die Position des CEO übernimmt Christian Binderbauer (im Foto mitte). Er verfügt über langjährige Berufserfahrung als Berater und Experte in Finanzindustrie und Technologie (zuletzt bei Google Cloud). Mit Christian gewinnt G&H einen ausgewiesenen Branchenexperten, der künftig direkt die Bereiche Vertrieb, Marketing und HR verantwortet.

Neu in den Vorstand berufen wird zudem Oliver Wüst (im Foto links), der seit 1988 in verschiedenen Funktionen für G&H tätig ist, u.a. bereits als Vorstand von 2022 bis 2024. Als COO übernimmt er die Verantwortung für die Bereiche Entwicklung und Technik.

Unverändert als Teil des Vorstands bleibt Karsten Reichel (im Foto rechts) als CFO. Neben dem Finanzbereich verantwortet er weiterhin die Themen Compliance und Legal.

Im Zuge der Neubesetzung ist Alexander Domene aus dem Unternehmen ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt ihm für seine wertvollen Beiträge zur Weiterentwicklung der G&H Bankensoftware AG und sein großes Engagement für das Unternehmen.

Banking-APIs fördern Automatisierung und eine flexible IT-Architektur

APIs sind ein etablierter und zentraler Faktor, der erheblich zur Effizienzsteigerung und Zukunftsfähigkeit von Kernbankensystemen beiträgt. Durch die Automatisierung von Prozessen können Banken manuelle Eingriffe reduzieren, was nicht nur Fehlerquellen minimiert, sondern auch Kosten senkt. Der Echtzeit-Zugriff auf Daten ermöglicht schnellere Analysen und optimierte Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig erleichtern APIs eine modulare Architektur, mit der Banken ihre Systeme schrittweise modernisieren können, ohne das gesamte Kernbankensystem auf einmal austauschen zu müssen.

Ein weiterer Vorteil ist die hohe Skalierbarkeit: API-basierte Systeme lassen sich flexibel an wachsende Anforderungen anpassen, wodurch Banken Kosten optimieren und neue Technologien schneller einbinden können. Cloud-Integrationen sind eine Option, um diesen Faktor noch weiter auszubauen. Im Ergebnis: Institutionen, die auf eine strategische API-Nutzung setzen, gewinnen an Agilität und können besser auf sich verändernde Marktanforderungen reagieren.

Mehr Konnektivität und bessere Services

APIs ermöglichen Banken eine nahtlose Integration externer Dienste und eröffnen neue Möglichkeiten für innovative Geschäftsmodelle. Durch Open-Banking-Initiativen können Finanzinstitute ihre Angebote erweitern und Kunden z. B. Anwendungen wie Multi-Banking-Lösungen bereitstellen. Dies fördert nicht nur den Wettbewerb, sondern eröffnet Banken auch neue Einnahmequellen durch Kooperationen mit Fintechs und anderen Partnern.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil des API-Einsatzes liegt in der erheblichen Beschleunigung von Bankprozessen, was Kunden eine schnellere und bequemere Nutzung von Finanzdienstleistungen ermöglicht. Überweisungen werden nahezu in Echtzeit abgewickelt, Kreditentscheidungen erfolgen automatisiert innerhalb weniger Minuten, und Zahlungen lassen sich nahtlos in digitale Plattformen integrieren. Diese Effizienzsteigerung führt zu einem deutlich verbesserten Kundenerlebnis.

Auch eine verbesserte Personalisierung von Angeboten wird über APIs unterstützt. Durch z. B. den Einsatz von Echtzeitdaten können Banken maßgeschneiderte Finanzprodukte anbieten, die auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind.

Risiken bei Sicherheit und Regulierung

Die Implementierung von APIs in Kernbankensystemen erfordert die Berücksichtigung und das Management einer Reihe von Sicherheits- und Compliance-Risiken. Unzureichend gesicherte Schnittstellen können Angreifern ermöglichen, auf sensible Bankdaten zuzugreifen oder diese zu manipulieren. Besonders problematisch sind ungeschützte API-Schlüssel, die von Dritten missbraucht werden können, sowie Man-in-the-Middle-Angriffe, wenn die Kommunikation nicht ausreichend verschlüsselt ist.

Neben den technischen Risiken müssen Banken auch strenge regulatorische Vorgaben wie PSD2 oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einhalten. Fehlende Auditierbarkeit oder unzureichende Kontrolle über API-Transaktionen können teils schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wobei andererseits der Einsatz standardisierter API-Protokolle die Auditierbarkeit und Dokumentation erleichtern kann.

Technische Herausforderungen: Drittanbieter, Performance und Systemkompatibilität

Die Nutzung von APIs in Kernbankensystemen bringt auch technische und strategische Herausforderungen mit sich. Banken laufen Gefahr, sich zu stark von Drittanbietern abhängig zu machen, was zu Problemen bei Serviceausfällen oder steigenden Kosten führen kann. Zudem besteht das Risiko eines Vendor Lock-ins, wenn proprietäre API-Lösungen die Flexibilität einschränken.

Ein weiteres Problem können Performance- und Skalierungsfragen sein. APIs können Latenzprobleme verursachen, die sich negativ auf Echtzeitanwendungen auswirken. Bei hoher Last können daher Engpässe oder Systemausfälle auftreten, die nicht nur bankintern ein Problem darstellen, sondern auch das Kundenerlebnis beeinträchtigen.

Das Kernbanksystem selbst kann auch eine wesentliche technische Hürde darstellen. Ältere Systeme sind oft nicht für eine nahtlose API-Integration ausgelegt und werden so zu einem zentralen Faktor, der die API-Nutzung einschränkt. Unterschiedliche Standards und inkompatible Technologien erschweren zudem die Anbindung externer Dienste und erfordern oft aufwendige Anpassungen.

Kernbankensysteme - der ultimative Guide | BANCOS

Unser Fazit

APIs bieten Banken viele Vorteile, doch ihre Einführung erfordert eine gründliche Abwägung im Einzelfall. Sicherheitsrisiken, regulatorische Vorgaben und potenzielle Kosten müssen den Effizienzgewinnen und Innovationschancen gegenübergestellt werden. Eine durchdachte Strategie, die sowohl technische als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt, ist entscheidend, um APIs erfolgreich und sicher in Kernbankensysteme zu integrieren.

 

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Wie Alexander ausführt, erleben wir einen Wandel hin zu nahtlos integrierten Finanzservices bei alltäglichen Transaktionen: Beim Buchen einer Dienstleistung steht z. B. direkt eine Kreditfinanzierung zur Wahl, bei der alle komplexen Bankprozesse unsichtbar im Hintergrund ablaufen.

Dieses Szenario wird immer häufiger Realität. Es ist nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern ein grundlegender Wandel in der Art und Weise, wie Bankdienstleistungen erbracht und erlebt werden.

Karsten gibt wertvolle Einblicke in das regulatorische Umfeld und zeigt auf, dass die Anforderungen an die Einhaltung der EU-Bankenvorschriften von Jahr zu Jahr komplexer werden. Während Prozessautomatisierung vielversprechende Lösungen bietet, liegt eine wesentliche Herausforderung auch in deren Umsetzung bei gleichzeitiger Einhaltung strenger Compliance-Standards.

Es ist ein heikles Gleichgewicht, das sorgfältige Planungen erfordert. Im Falle von neu gegründeten Banken müssen anspruchsvolle Compliance-Prozesse von Grund auf implementiert werden, während etablierte Institute daran arbeiten, ihre bestehenden Arbeitsabläufe zu modernisieren.

Der Besuch unserer Vorstände in Georgien bei unserem Geschäftspartner Gegidze erwies sich als mehr als nur eine Geschäftsreise. Die Erfahrung bot eine besondere Perspektive darauf, wie sich verschiedene Märkte an globale Bankentrends anpassen. Georgiens Position als Brücke zwischen den europäischen und asiatischen Märkten in Verbindung mit seinem Engagement für europäische Standards ist eine interessante Fallstudie für internationale Finanzinnovationen. Das Podcast-Gespräch mit Valerian machte dies deutlich und zeigte außerdem den Wert starker internationaler Partnerschaften auf.

Die ganze Podcast-Episode gibt es hier zu hören:
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Grundsätzlich können sich die von uns befragten KMU-Kund*innen sehr gut vorstellen, Kreditanträge vollständig digital zu erledigen und zeigen nur sehr geringe Zurückhaltung gegenüber einer solchen Prozessgestaltung. Bei der Umsetzung gilt es für Banken allerdings vor allem die folgenden Herausforderungen zu lösen. Denn diese werden in der aktuellen Praxis besonders häufig als störend wahrgenommen.

Mühsame Offenlegungen zur Bonitätsprüfung

Der erste große Schmerzpunkt ist bedingt durch das Bereitstellen von Unterlagen, um regulatorischen Offenlegungspflichten zur Durchführung der Bonitätsprüfung nachzukommen. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Die Menge an geforderten Dokumenten und Informationen aus verschiedenen Unternehmensbereichen ist hoch. Für die Unternehmen bedeutet dies zum einen internen Recherche- und Abstimmungsaufwand sowie zum anderen häufig Austausch mit externen Partnern, wie z. B. dem Steuerberatenden. Dazu kommt ein hoher Detailanspruch von Banken, die in langwierigen Frage-und-Antwort-Prozessen münden können.

Lange Bearbeitungszeiten der Banken

Selbst wenn alle Bonitätsunterlagen vollständig vorliegen, dauert es im Regelfall noch eine Weile, bis eine Kreditentscheidung – ob positiv oder negativ – getroffen wird. Dabei ist die Wahrnehmung hinsichtlich eines zu langen Bearbeitungszeitraums unterschiedlich. Auch auf Seiten der Banken spiegeln sich die bürokratischen Unterlagenanforderungen in entsprechender Bearbeitungszeit wider. Eine Rolle spielt außerdem der Faktor Mensch: Haben verantwortliche Bankmitarbeitende Fehl- oder Urlaubszeiten, kann es zu Verzögerungen bei zeitkritischen Investitionsvorhaben kommen.

Geringe Transparenz im Prozess

Im Verlauf von Antragsprozessen bleiben für Firmenkunden häufig zentrale Frage offen: In welchem Schritt befinden sich die Parteien? Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen? Klare Antworten zu diesen Fragen würden das Kundenerlebnis erheblich verbessern. Daneben ist die Kreditentscheidung im Falle von Ablehnungen oft eine „Black Box“. Besonders nach langer Wartezeit und erheblichem Arbeitsaufwand ist eine intransparente Ablehnung besonders frustrierend.

Die Implikation für Banken: Das Auflösen dieser zentralen Schmerzpunkte und Barrieren im Antragsprozess wird sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Denn die Bereitschaft der Befragten, einen Kredit bei einer Bank mit einem entsprechend komfortableren Prozess zu beantragen, würde sich stark erhöhen.

BANCOS Studien-Report "Der ideale Antragsprozess für Firmenkredite - was KMU-Kunden wirklich wollen!

 

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Kernanforderungen

Der Fokus der im BANCOS Core Banking benötigten Funktionalitäten lag auf der Verwaltung von verschiedenen Kredit-Portfolios. Daraus ergaben sich die folgenden Kernanforderungen im Rahmen des Projektes: 

1. Abbildung eines externen Kreditportfolios:
Die Core Banking Lösung sollte so konfiguriert werden, dass sie nahtlos und automatisiert mit den benötigten externen Systemen interagieren kann. Um eine ganzheitliche Sicht auf Kreditaktivitäten zu ermöglichen, mussten Daten aus externen Quellen integriert und aktualisiert werden.

2. Automatisierter Mahnprozess mit Erstellung von Kundenanschreiben:
Ein wichtiger Aspekt stellte die effiziente Abwicklung von Mahnungen direkt aus dem Kernbanksystem dar. Die entsprechende Implementierung eines automatisierten Mahnprozesses sollte die zeitnahe Erstellung und den Versand von Kundenanschreiben bei Zahlungsrückständen ermöglichen.

3. Postkorbbasierte Workflowunterstützung für die manuelle Bearbeitung:
Zusätzlich zu Automatisierungsfunktionen ist die direkte Kundenansprache ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Mahnprozess. Durch die Einrichtung eines postkorbbasierten Workflows innerhalb der Lösung sollen Mitarbeitende optimal bei ihrer Arbeit unterstützt werden, um die Kundenkommunikation effizient verwalten und dokumentieren zu können.

4. Vorbereitung für die Integration weiterer Kreditportfolios:
Die Implementierung von BANCOS Core Banking erfolgte mit dem Blick auf zukünftige Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit. Die Architektur sollte so gestaltet werden, dass sie die effiziente Integration weiterer Kreditportfolios ermöglicht.

5. Vollständige Implementierung der Lösung im Hoist Rechenzentrum:
Diese Anforderung adressierte den Bedarf nach einer sicheren und stabilen Umgebung für das Kernbanksystem. Die Arbeiten umfassten dabei neben Installation und Konfiguration eine ausgiebige Testphase, um sicherzustellen, dass die Lösung den Anforderungen entspricht und ein reibungsloser und sicherer Betrieb des Kreditmanagementsystems gewährleistet ist.  

Projektablauf und Umsetzung

Die Projekteinführung für die Kernbank-Lösung erfolgte durch ein agiles Projektteam, bestehend aus Expert*innen und Verantwortlichen von Hoist Finance und der G&H Bankensoftware AG. Diese Art der Zusammenarbeit ermöglichte eine effektive Kommunikation, kontinuierliches Feedback und eine flexible Anpassung an sich ändernde Anforderungen während des Implementierungsprozesses. 

Nach erfolgreicher Projekteinführung wurde die Core Banking Lösung gemeinsam in den operativen Produktionsbetrieb überführt. Hierbei findet der Ansatz der agilen Zusammenarbeit seine Fortsetzung: Abläufe und Prozesse werden kontinuierlich optimiert und an neue Anforderungen angepasst, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen und die bestmögliche Leistung zu gewährleisten. 

Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts und der anschließende Übergang in den operativen Betrieb profitierten aus Sicht der beiden Projektpartner im Wesentlichen von folgenden Erfolgsfaktoren

Gegenseitiges Vertrauen: Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Hoist Finance und G&H Bankensoftware bildete die Grundlage für den Erfolg des Projekts. Dies zeigte sich vor allem durch offene Kommunikation, transparente Prozesse und ein gemeinsames Verständnis der Ziele. 

Klare Fokussierung auf die zum Projektstart zwingend erforderlichen Funktionen: Der Leitgedanke eines Minimal Viable Products (MVP) ermöglichte es, schnell Werte zu schaffen und frühzeitig Feedback zu erhalten. Dies trug dazu bei, Risiken zu minimieren, die Time-to-Market zu verkürzen und die Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Anforderungen zu verbessern. 

Agile, firmenübergreifende Zusammenarbeit: Dieser Erfolgsfaktor trug stark dazu bei, die ambitionierte Timeline einhalten zu können. Kurze Entscheidungswege und kontinuierlicher Austausch unterstützten dabei eine entsprechend schnelle Entscheidungsfindung.  

Im Endergebnis markierte die pünktliche Fertigstellung des Projekts mit dem Go-Live eines ersten Kreditportfolios im BANCOS Core Banking einen bedeutenden Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen Hoist Finance und G&H Bankensoftware. Die Nutzung der Lösung wird nun sukzessive ausgebaut, wobei weitere Kreditbestände in das System integriert werden.

 

KMUs sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und tragen maßgeblich zur Schaffung von Arbeitsplätzen, Innovation und zur wirtschaftlichen Stabilität bei. In diesem Zusammenhang tätigen sie außerdem einen wesentlichen Anteil der jährlichen Investitionen. Doch trotz ihrer Bedeutung sehen sich viele KMUs mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, wenn es um den Zugang zu Krediten geht. 

Barrieren für KMU bei der Finanzierung durch Kredite überwinden

Ein Großteil der mittelständischen Unternehmen finanziert laut KfW-Mittelstandspanel Neuinvestitionen überwiegend aus eigenen Mitteln. Trotz historisch niedriger Zinssätze in den letzten Jahren und des hervorragenden Potenzials für Leverage-Effekte kam der Bankkredit bzw. Darlehen als Finanzierungsquelle nur an zweiter Stelle zum Einsatz. Tatsächlich haben viele kleine und mittlere Unternehmen noch nicht einmal den Schritt in eine Kreditverhandlung gesucht. In den meisten Fällen hinderten allerdings nicht Bedenken bezüglich ihrer eigenen Bonität die Unternehmen daran, in Kreditverhandlungen einzutreten. Ganz im Gegenteil weisen gemäß KfW-Research 95% der Unternehmen aus dem Mittelstand eine Schuldentragfähigkeit auf, können also ihre Verpflichtungen aus dem laufenden Cashflow bestreiten und sind entsprechend kreditwürdig. Vielmehr waren bei Unternehmen der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit, Bedenken wegen eines hohen Aufwands oder Anforderungen an Offenlegung und Dokumentation Barrieren bei der Finanzierung durch Kredite. 

Bedenken insbesondere hinsichtlich des Aufwands oder der Anforderungen an Offenlegung und Dokumentation sind auf Seiten der Kreditnehmer nicht unbegründet. Während Banken in den letzten Jahren enorme Fortschritte bei der Automatisierung und Digitalisierung von Konsumentenkrediten erzielt haben, sind diese im Bereich der Firmenkredite noch deutlich geringer. So mangelt es einigen Banken im Bereich der Unternehmensfinanzierung bereits an der einfachen Möglichkeit, Kreditanträge von Unternehmen online entgegenzunehmen. Bei vielen Banken ist es noch üblich, dass KMU-Kunden im Rahmen von Anträgen für Firmenkredite Formulare ausfüllen und per Post versenden müssen, wenn sie nicht den Weg in die Filiale wählen. 

Auch müssen KMU-Kunden selbst bei Anfragen zu Darlehen mit geringem Volumen eine vollständige Offenlegung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse vornehmen. Sie müssen Jahresabschlüsse, unterjährige Zahlen, Debitoren- und Kreditorenlisten, Auftragsbestände, Angaben zu Sicherheiten etc. einreichen, damit Banken in einem mühsamen manuellen und zeitaufwendigen Prozess diese Unterlagen sichten – und nicht selten in der Zwei-Voten-Regelung durch Markt und Marktfolge – eine Kreditentscheidung treffen können. Dies führt bei den Banken zu Prozessineffizienzen mit langen Durchlauf- und Bearbeitungszeiten und bei den KMU-Kunden zu langen Wartezeiten und Intransparenz. Die Konsequenzen für Banken sind in solchen erhebliche Margeneinbußen oder im Extremfall fehlende Kostendeckung, die das Geschäft entsprechend unattraktiv machen. Für den KMU-Kunden wird der Zugang zu Finanzmitteln für Investitionen verzögert.

Unternehmen online attraktive Angebote für Firmenkredite machen

Unternehmensentscheider agieren vermehrt online, um nach Möglichkeiten zur Finanzierung zu suchen und effiziente, unkomplizierte Prozesse zu finden. Der klassische KMU-Kunde, der einst persönlich in eine Bankfiliale ging, um einen Antrag für einen Kredit zu stellen, agiert nun mehr und mehr auf digitalen Kanälen. Dort sind Kreditvergleichsplattformen und Suchmaschinen die erste Anlaufstelle für Kreditangebote. Analysen von KfW Research belegen, dass die persönliche Interaktion zwischen KMUs und Banken stetig an Bedeutung verloren hat, der persönliche Kontakt zu Banken reduziert wird und weniger Filialbesuche getätigt werden. 

Die COVID-19-Pandemie hat diesen Trend weiter beschleunigt. In diese Lücke drängen vermehrt Anbieter, die sich auf die Online-Vergabe von Krediten an kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert haben. Sie schaffen mit digitaler Präsenz und einfachen sowie automatisierten Prozessen neue Kundenerlebnisse und nehmen etablierten Akteuren Kunden ab. Diese Angebote können auch unter das Segment des Embedded Lending fallen, bei denen der Abschluss von Krediten in übergreifende Plattformen integriert ist. Ein Prozess, der in der Vergangenheit bereits im Privatkundenbereich zu beobachten war. Die Strategien der Kreditgeber in diesem Segment sind dabei unterschiedlich. Einige treten nicht nur als reine Wettbewerber zu Banken auf, sondern bieten ihnen ihre Automatisierungslösungen auch zur White-Label-Nutzung an. Einige Akteure zeichnen sich außerdem durch spitze Angebots- bzw. Zielgruppendefinitionen aus, wie z. B. Betriebsmittelkredite oder Unternehmen mit niedriger Bonität, die traditionell selten zu priorisierten Zielgruppen von Banken gehören.

Insgesamt verstärken diese Entwicklungen für Banken die Notwendigkeit, digital relevant zu bleiben und für Unternehmenskredite entsprechend attraktive Angebote und Touchpoints zu schaffen. 

Omnikanal-Ansatz im Geschäft für Firmenkredite effizient einsetzen

Offline Touchpoints – wie etwa ein persönliches Beratungsgespräch – können für den Start des Kreditantrags auch eine wichtige Rolle spielen. Obwohl der Anteil insgesamt rückläufig ist, gibt laut KfW-Research ein signifikanter Anteil an KMU-Entscheidern an, für seine Geschäfte die Bankfiliale zu besuchen. Der zentrale Effekt einer automatisierten Verarbeitung im Anschluss an einen persönlichen Termin ist die Entlastung der Kundenbetreuung. Zeitlicher Aufwand und Druck der Kreditsachbearbeitung können reduziert werden, wie z B. das Sichten von Unterlagen. So steht das Beratungsgespräch im Mittelpunkt und die Kundenbeziehung wird gestärkt.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der automatisierte Antragsprozess für Kredite flexibel von zwei Ausgangspunkten aus gestartet werden sollte: initiiert online durch den Kreditnehmer oder offline im Rahmen der Kundenbetreuung. Es ist wichtig, dass dabei beide Vertriebskanäle in der Prozessautomatisierung mitgedacht werden.

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Unternehmenskredite als Baustein eines bedarfsgerechten Banking-Angebots

Die Automatisierung von Firmenkrediten birgt für Banken insbesondere im Segment für KMU-Kunden großes Potenzial. Trotzdem bestehen sowohl auf Banken- als auch auf Kundenseite noch einige Barrieren zur Hebung dieses Potenzials. Dazu gehören vor allem mangelnde Digitalisierung und Automatisierung , die zu Prozessineffizienzen führen, aber auch Bedenken bei Kunden bezüglich des Aufwands oder der Ansprüche an die Offenlegung von Daten zur Erstellung von u.a. Ratings. Trotzdem steigt die Nutzung digitaler Touchpoints durch KMU-Kreditkunden. Spezialisierte, rein digitale Player für Kreditfinanzierungen gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, sodass Banken in ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit in diesem Bereich investieren sollten. Um Kunden eine individuell bestmögliche Erfahrung zu bieten, empfiehlt es sich, die Automatisierung „omni-kanal“ zu denken und so persönliche und digitale Prozesse zu verbinden.

Diese Marktsituation bietet insgesamt attraktive Chancen für Kreditinstitute, ihre Dienstleistungen weiterzuentwickeln, um den Bedürfnissen und Anforderungen ihrer KMU-Kunden noch besser gerecht zu werden. Die Automatisierung von KMU-Krediten kann nicht nur eine Schlüsselrolle bei der Förderung des Wachstums und der Widerstandsfähigkeit dieser wichtigen Wirtschaftsakteure spielen. Sie kann auch Banken dazu verhelfen, neue Potenziale im Geschäftsfeld der KMU-Finanzierung zu erschließen.

 

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Zum Einstieg eine kurze Begriffsklärung: Unter „Embedded Finance“ versteht man die Integration von Finanzdienstleistungen direkt in den Kaufprozess von Produkten und Dienstleistungen durch Unternehmen, die selbst keine Banken bzw. Finanzdienstleister sind. Die eingebettete Leistung kann aus einem breiten Angebotsspektrum kommen wie z. B. Zahlungen – u.a. „buy now pay later“ (BNPL)-Angebote oder Rechnungskauf – Kredite, Konten, Kreditkarten oder Versicherungen. Das Prinzip ist grundsätzlich nicht neu, Auto-Banken oder vergleichbare Händlerfinanzierungen werden gerne als „frühe“ Formen  von Embedded Finance genannt. Es gewinnt jedoch durch Digitalisierung und Automatisierung sowie ein sich durch diese Faktoren veränderndes Kauf- und Konsumverhalten enorm an Schwung. Entsprechend groß wird das Wachstumspotential bewertet. Die Unternehmensberatung Bain geht von einer Steigerung der Erlöse für den Gesamtmarkt in den USA von 22 Mrd. $ in 2021 auf 51 Mrd. $ in 2026 aus. Zu ähnlichen Zahlen kommt McKinsey: Ausgehend von Gesamterlösen in Höhe von 20 Mrd. $ prognostizieren sie eine Verdopplung in den kommenden 3-5 Jahren. Von ähnlichen Entwicklungen auf entsprechenden Erlösebenen ist auch für die DACH-Region auszugehen.

Das Kreditgeschäft als wichtiges Marktsegment

Neben Zahlungsdienstleistungen ist die Einbettung von Kreditangeboten eine sehr relevante Option für Banken. Das Segment lässt sich in weitere Untersegmente gliedern, womit auch neue Marktakteure und Wettbewerber auf den Plan kommen. Im Bereich „buy now pay later“ dominieren spezialisierte Anbieter wie Klarna, Riverty (früher Afterpay) oder Affirm. Neben BNPL sind noch die Bereiche Point-of-Sale- sowie B2B-Kredite zu betrachten. Gerade bei Letzteren sind Fintechs aktiv, die sich auf das Bereitstellen von Krediten für kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert haben. Wachstumschancen durch embedded Angebote bestehen angesichts des prognostizierten Marktwachstums für Banken in allen Lending-Segmenten. Auf die dabei zu beachtenden Risiken und Chancen sowie die Erfolgsfaktoren bei der technischen Umsetzung gehen wir nun im Einzelnen ein.

Welche Risiken und Herausforderungen bestehen bei Embedded Finance?

Aus dem diversifizierten Markt- und Wettbewerbsumfeld sowie der Platzierung eigener Angebote auf den Plattformen und Kanälen Dritter deutet es sich an: Banken müssen mit integrierten Finanzprodukten Risiken managen. Ein wesentliches davon ist der potenzielle Verlust der Kundenschnittstelle. Traditionell ist gerade die Kreditvergabe ein Produktsegment, in dem bisher so gut wie ausschließlich Banken im Wettbewerb um die Kunden standen. Diese Customer Journeys fanden an den bankeigenen Touchpoints statt. Im Falle von Embedded Lending kann diese Customer Journey nun auch bei jedem Unternehmen oder jedem Händler stattfinden, welche Finanzdienstleistungen einbetten. Daraus ergibt sich die Gefahr, dass Bestandskunden ohne Wissen der Hausbank bei anderen Anbietern Kredite abschließen. Die so insgesamt steigende Wettbewerbsintensität resultiert in einem weiteren Risiko, nämlich dem sinkender Margen. Dies erhöht den Kostendruck für Banken weiter.

Wie können Banken von Embedded Finance profitieren?

Das sich so entwickelnde neue Marktumfeld bietet Banken aber auch eine Reihe von Chancen. Außerdem können sie bestehende Wettbewerbsvorteile ausspielen. An erster Stelle ist die Chance zur erweiterten Kundenakquise zu nennen. Embedded Finance bietet gerade in Bezug auf digitale Kontaktpunkte vielfältige Möglichkeiten, über die sich Banken als essenzieller Partner und Enabler positionieren oder sogar neue digitale Geschäftsmodelle erschließen können. In der Kooperation mit dem Frontend-Partner sind sie es schließlich, die z. B. die Kredite in die Bilanz nehmen. Auf diese Weise wird das Finanzprodukt zur Zahlungsmethode. Die Bank hat somit die Chance, in der Wahrnehmung des Kunden enger mit dem eigentlichen Kauf und der Befriedigung eines Bedürfnisses verbunden zu werden als „nur“ mit dem Bereitstellen von Geld.

Im Kampf um die Gunst der Kund*innen können Banken insbesondere auf zwei Wettbewerbsvorteile gegenüber vielen Newcomern und Fintechs setzen. Zum einen ist dies die eigene Markenstärke. Bei Finanzdienstleistungen spielt Vertrauen eine große Rolle, welches Banken durch i.d.R. langjährige Geschäftstätigkeit und Spezialisierung haben aufbauen können. Zum anderen ist im Banking der Bereich Regulatorik nicht zu vergessen. Auch hier können etablierte Player ihre Expertise und Erfahrung in Sachen Risikomanagement und Compliance bei der Implementierung und Abwicklung der nötigen Prozesse einbringen.

Checkliste: Automatisierung Kreditanstragsprozesse | BANCOS

IT-Erfolgsfaktoren in der Umsetzung

Für ein Embedded Finance Angebot sind grundsätzlich drei Rollen auszufüllen, die meist jeweils ein Akteur übernimmt. Ein Partner stellt das Angebot (z. B. die Bank), der zweite vertreibt es bzw. bettet es ein (z. B. ein Händler) und der Dritte liefert die technische Basis. In diesem Zusammenhang stellt sich für Banken die zentrale Frage: In wie weit kann und will man selbst zum Technologie- bzw. Software-Anbieter werden?

Banken haben also die Wahl, entweder eigene Technologie oder Software zusammen mit dem Finanzprodukt bereitzustellen (Banking as a Service) oder mit einem externen Spezialisten als Partner zusammenzuarbeiten. Die Eigenentwicklung erfordert einen hohen Aufwand an Zeit sowie an personellen und finanziellen Ressourcen. Sie eröffnet allerdings auch die Möglichkeit, in Eigenregie ein ganz neues Geschäftsfeld aufzubauen. Mit einer Technologie-Partnerschaft lässt sich diese Verantwortung teilen und Aufwände z. T. erheblich reduzieren, wenn auf bereits etablierte Lösungen und Expertise zurückgegriffen werden kann. Ist die Software-Lösung entsprechende konzipiert, bieten Technologie-Partner auch Beratung und Begleitung beim Prozess- und Workflow-Setup an, um bankinterne Ressourcen weiter zu entlasten.

Unabhängig von dieser strategischen Entscheidung kommt es zur erfolgreichen technischen Umsetzung von Embedded Finance Angeboten für Banken besonders auf die folgenden Faktoren an.

  1. Prozesse weitestgehend automatisieren: Dieser Aspekt ist insbesondere für integrierte Kreditprodukte im Retail-/B2C-Bereich wichtig, da die Margen bei diesen Produkten relativ niedrig sind. Durch einen idealerweise vollautomatisierten Kreditantragsprozess einschließlich der Kreditentscheidung können die Kosten verringert und so ein profitables hochvolumiges Geschäft ermöglicht werden.
  2. Schnittstellen-Management beherrschen: Durch die typische Konstellation von drei Partnern sind Übergabepunkte zwischen den Akteuren und ihren Systemen zahlreicher und tendenziell noch kritischer als bei klassischen Kreditantragsprozessen. Zuverlässige Schnittstellen auf API-Basis sind daher von entscheidender Bedeutung, genauso wie eine hohe Lösungskompetenz, wenn einzelne Elemente im Prozess nicht funktionieren oder ausfallen.
  3. Partner-Anforderungen zuverlässig erfüllen: Die Distributionspartner der Banken können aus sehr unterschiedlichen Branchen kommen. Sie eint allerdings meistens an hohes Anspruchslevel an die Zusammenarbeit. Denn gerade Embedded Lending Angebote werden als Zahlungsmethode essenzieller Teil des Kaufprozesses mit direktem Einfluss auf zentrale KPIs des Partners wie Conversion Rates. Zur zuverlässigen Erfüllung solcher Anforderungen vor allem in Sachen Stabilität, Performance und Transparenz kann gerade das Zusammenspiel der genannten Faktoren Automatisierung und Schnittstellen-Management einen wesentlichen Beitrag leisten.

 

Sie wollen als Bank Ihr Geschäft über Embedded Finance auf- oder ausbauen? Mit unserer Lösung BANCOS Onboarding können wir Ihnen dabei als Technologiepartner zur Seite stehen. Dabei zeichnet uns eine besondere Expertise in der Integration von Kreditangeboten in anspruchsvollen E-Commerce-Umfeldern aus. Nehmen Sie für einen Austausch gerne direkt Kontakt mit uns auf! 

Im aktuellen Digital Sentiment Survey der Unternehmensberatung McKinsey wird Banking als einer der digitalen Gewinner eingestuft. Im Rahmen der Studie werden europaweit Nutzer*innen zu ihrem Verhalten in Bezug auf digitale Kanäle befragt. Im Vorjahresvergleich ist dabei vor allem in Deutschland und Österreich eine besonders starke Zunahme der Nutzung digitaler Kanäle festgestellt worden. Das geht einher mit einer bereits hohen Durchdringung insgesamt, die u.a. durch die Pandemiejahre getrieben wurde. Diese Ergebnisse werden gestützt durch die der Digital Banking Maturity Studie der Berater von Deloitte Digital aus diesem Jahr. Die Präferenz zur Nutzung digitaler Kanäle ist im Vergleich zur Erhebung aus 2020 in Deutschland um 7 Prozentpunkte gestiegen, ein im europäischen Vergleich starkes Wachstum. Der „Digital Banking Maturity (DBM) Index“ – eine Gesamtkennzahl zur Bewertung eines digitalen Reifegrades – verbesserte sich hingegen nur um einen Prozentpunkt, was im Ländervergleich gering ist. Die Lücke zwischen der Nachfrage nach attraktiven digitalen Banking-Services und einem entsprechenden Angebot scheint demnach insbesondere auf dem deutschen Markt größer zu werden.

Das Online-Banking als Treiber der Wettbewerbsfähigkeit

Online-Banking ist ein fest etablierter und häufig in Anspruch genommener Teil der Customer Journey für Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen. Entsprechend ist hier ein großes Potential vorhanden, das Banken und Finanzinstitute zur Verbesserung des von ihnen gebotenen digitalen Nutzendenerlebnisses heben können. Für traditionelle Banken ist in diesem Bereich die Wettbewerbsintensität gerade durch Neo- bzw. Challenger-Banken besonders hoch. Bei vergleichbaren Produkten und Leistungen legen diese Akteure starken Fokus auf die User Experience als wesentlichen Faktor zur Differenzierung. Dies schlägt sich auch in Vorsprüngen gegenüber etablierten Banken beim Deloitte DBM Index in diesen Bereichen nieder. 

Basierend auf unserer Erfahrung in der Entwicklung von Online-Banking Software sollten die Anwendungen konsequent auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet sein. So kann das digitale Produkterlebnis verbessert und angesichts der geschilderten Entwicklungen im Kundenverhalten die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Der Kundenkontaktpunkt Online-Banking und seine Weiterentwicklung sind auch deshalb ein besonders effektiver Baustein der digitalen Transformation, da er eine hohe und regelmäßige Sichtbarkeit im Verlauf von Customer Journeys hat.

Drei wichtige Faktoren für eine gute Customer Experience im digitalen Banking

Zeitersparnis und Benutzerfreundlichkeit sind für digitales Banking grundsätzlich sehr bedeutsame Faktoren und somit auch für Online-Banking Anwendungen. Daher ist es für Banken und Fintechs essentiell herauszufinden, was ihren jeweiligen Kunden in den Interaktionen rund um ihre Konten und Zahlungen besonders wichtig ist. Entscheidende Fragen sind dabei u.a.: Was wollen Kund*innen nach dem Login in die Anwendung möglichst schnell sehen? Was genau wollen sie häufig erledigen? Aus den Antworten und erhobenen Daten zu Fragen wie diesen können konkrete Punkte zur Gestaltung der User Experience im Online-Banking abgeleitet werden. Zusammenfassen lassen sich diese in drei übergreifenden Faktoren, die eng miteinander verbunden sind: Übersichtlichkeit, Relevanz und Zugänglichkeit. Nutzer*innen, die einen schnellen und möglichst intuitiven Zugang zu den Daten und Aktionen haben, die ihnen besonders wichtig sind, sollten eine hohe Zufriedenheit mit dem von ihnen genutzten Online-Banking Angebot entwickeln. Die stärkt wiederum die Kundenbindung und die Markenwahrnehmung von Banken.

Ein oft genanntes Schlagwort im Digital Banking, das in engem Bezug zum Thema Zugänglichkeit steht, ist „mobile first“. Während mobile Endgeräte und Apps wichtige und fest etablierte Kanäle sind, darf auch in diesem Fall die individuelle Kunden- und Nutzer-Orientierung nicht außer Acht gelassen werden. Laut den Ergebnissen des McKinsey Digital Sentiment Surveys sind Website und Computer nach wie vor die dominierenden Interaktionswege von Nutzern mit Banking-Services. Die dargestellten Faktoren zur Verbesserung der User Experience sollten also für alle Zielgruppen- und Kundensegmente adressiert werden, damit individuell geeignete Nutzungsumfelder geboten werden können. Im Ergebnis kann auf diesem Wege eine konsistente omnichannel Markenerfahrung aufgebaut werden.

Mit externer Entwicklungs-Partnerschaft die digitale Transformation beschleunigen

Mit einem solchen Zielbild zur Ausgestaltung des Kontaktpunktes Online-Banking stehen Banken vor der Entscheidung, ob eine entsprechende Umsetzung als Eigenentwicklung oder durch Bezug der Software von einem externen Anbieter vollzogen wird. Zur Beschleunigung der eigenen digitalen Transformation bietet die externe „Buy“ Entscheidung eindeutige Vorteile. Dies gilt gerade für kleinere bis mittelgroße Banken und Finanzinstitute, die nur über beschränkte eigene Ressourcen zur IT- und Softwareentwicklung – vor allem im personellen Bereich – verfügen. Durch die Nutzung einer bereits entwickelten und ausgereiften Lösung, die u.a. auf bewährte Standardkomponenten für eine leichte Implementierung setzt, kann die Time-to-Market verkürzt und ein neues verbessertes Kundenerlebnis schnell ausgerollt werden.

Abschließend ist noch eine wichtige Bedingung für die Implementierung in Partnerschaft mit einem externen Anbieter zu nennen: Über eine flexible White-Label Software sollte es möglich sein, kontinuierliche Anpassungen im Sinne der Kundenbedürfnisse vorzunehmen. Je nach Umfang und Anforderungen sind diese entweder direkt durch die Banken selbst durchführbar oder werden über individuelle Weiterentwicklungen der Software umgesetzt. Derartige individuelle Zuschnitte des Kundenerlebnisses können z. B. die Produktkonfiguration sein, Mehrsprachenfähigkeit und Anpassungen an lokale Standards oder unterschiedliche Themes der Benutzeroberfläche zur Kundensegmentierung.

Zu Beginn noch ein Hinweis: BANCOS bietet keine eigenen KYC-Lösungen an. Als langjähriger Entwickler von end-to-end Onboarding-Prozessen für Finanzdienstleister wollen wir hier unsere Erfahrungen zur Einbindung von KYC-Lösungen so anbieterunabhängig wie möglich teilen.

KYC als elementarer digitaler Prozess-Baustein

Das Thema KYC ist in Sachen Compliance und Geldwäsche für Banken im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehungen obligatorisch. Identifikation in Person und damit verbundene manuelle Prozesse waren jedoch noch lange nach dem Einzug der Digitalisierung eine der Hauptbarrieren auf dem Weg zur Automatisierung von Onboarding-Prozessen. Längere Zeit übliche Prozesse wie PostIdent entsprachen schnell nicht mehr den Kunden-Ansprüchen an bequeme und möglichst digitalisierte Antragsprozesse. Neben der Digitalisierung von KYC spielt für die Automatisierung die Verbindung mit der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) eine große Rolle. Die Verbindung beider Schritte ermöglicht erst den rechtsgültigen Vertragsschluss und somit z. B. im Falle eines Raten- oder Rahmenkreditantrags die sofortige Auszahlung an den (Neu)Kunden.

Wie läuft heute ein digitaler KYC-Prozess ab? Das aktuell am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Prüfung der Identität ist die Online-Identifikation per Video-Chat („Video-ID“). Dabei interagiert der Antragsteller mit einem Mitarbeitenden des Lösungsanbieters, der verschiedene Prüfschritte und -interaktionen mit dem Ausweisdokument durchführt und somit bei Fragen oder Problemen des Antragstellenden helfen kann. Anbieter dieser KYC-Lösung können diese i.d.R. mit einer QES verbinden, was eine vollständige Digitalisierung erlaubt. Dies ist ein bedeutender Vorteil dieser KYC-Lösung. Auch die Anforderungen an den Antragstellenden sind in Zeiten mehr und mehr gewohnter Videokonferenzen und hochwertiger Smartphone-Kameras relativ gering. Nachteilig an Video-ID ist vor allem sein vergleichsweise geringer Automatisierungsgrad. Durch die nötige persönliche Interaktion ist es nicht durchgängig verfügbar und manuelle Arbeitsschritte durch den Prüfenden können zu Fehlern führen. Aus Compliance-Sicht gilt es außerdem zu beachten, dass Video-ID-Lösungen mehrerer Anbieter kürzlich durch den Chaos Computer Club gehackt werden konnten. Deshalb ist es bereits als Identifizierungsmethode für die E-Patientenakte untersagt worden.

Weiterentwicklung in der Automatisierung von KYC-Prozessen

Neben dem im Banking dominierenden Video-ID steht noch eine Reihe weiterer KYC-Verfahren zur Verfügung, deren vorrangiges Ziel eine weitergehende Automatisierung ist. Ihre Gemeinsamkeit liegt in der Umgehung der persönlichen Interaktion mit einer prüfenden Person. Die Umsetzung unterscheidet sich jedoch jeweils deutlich, was verschiedene Vor- und Nachteile mit sich bringt. Die folgende Tabelle zeigt diese für die hier besprochenen KYC-Prüfungen in der Übersicht.

Vor- und Nachteile von KYC-Verfahren

 

Auto-ID: Diese Lösung nutzt biometrische Verfahren und wird laut Anbietern unterstützt durch künstliche Intelligenz. Der Kunde fotografiert zunächst das Ausweisdokument und wird durch eine automatisierte Prüfung der Sicherheitselemente des Ausweises geführt. Im Anschluss wird ein Porträt-Foto bzw. -Video aufgenommen und entsprechend abgeglichen. Die Methode ermöglicht eine sehr hohe Verfügbarkeit im Vergleich zum „personalintensiven“ Video-ID. Es setzt allerdings ebenso ein Endgerät mit Kamera sowie ausreichend gute Lichtverhältnisse voraus.

eID: Für das Überprüfen der Identität ist bei diesem Fall ein deutscher Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion (eID) sowie ein Smartphone nötig, welches NFC- (Near Field Communication) fähig ist. Sind diese Voraussetzungen gegeben, liest der Kunde über eine App die Ausweisdaten aus, was den Prozess bereits abschließt. Grundsätzlich ist diese Lösung komfortabel und sicher. Zu bedenken ist jedoch, dass die eID-Funktion noch nicht sehr stark im deutschen Markt verbreitet ist und somit als alleinige Option eine Conversion-Barriere beim Onboarding sein kann.

Bankkonto-ID: Der erste Schritt ist hier das Aufnehmen von Fotos des Ausweisdokuments und vom Gesicht des Antragstellenden. Die persönliche Interaktion zur Prüfung wird anschließend durch den Login ins Online-Banking des Kunden ersetzt, auf dem dann eine gesetzlich vorgeschriebene Transaktion von einem Cent durchgeführt wird. Da über die Daten des Bankkontos die erforderlichen Identitätsprüfungen durchgeführt werden können, kann auch hier der Prozess direkt abgeschlossen werden. Durch die für die Kunden gewohnten Handlungen ist der Prozess komfortabel. Nachteilig kann für daten-sensible Personen hingegen sein, dass man seine Online-Banking Informationen mit dem KYC-Provider teilen muss.

Digitale Identität: Durch Services für eine digitale Identität können verifizierte Angaben und Daten einmalig zentral hinterlegt werden. Werden diese in einem Antragsprozess benötigt, können diese zur Verifizierung per App/ Wallet bereitgestellt werden, ohne diese jedes Mal wieder neu überprüfen zu müssen. Die Nutzung digitaler Identitäten ist allerdings ähnlich wie die eID noch nicht stark verbreitet. Daneben gibt es eine Reihe verschiedener Anbieter, von denen sich in Deutschland noch keiner eine führende Position aufgebaut hat, obwohl bei diesem Marktsegment von potentiell starken Netzwerkeffekten auszugehen ist. Außerdem schlägt sich die Anbieter-Vielfalt in weniger ausgeprägten Implementierungs-Standards nieder.

Checkliste: Automatisierung Kreditanstragsprozesse | BANCOS

Welcher KYC-Prozess ist der richtige für mein Onboarding?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Angesichts der technischen Weiterentwicklung der Verfahren und der für deren Zulassung nötigen gesetzlichen Konformität in Sachen Geldwäscheprävention gilt es für Banken und Finanzdienstleister, die Situation rund um KYC kontinuierlich zu beobachten. Der Markt und die Kundenbedürfnisse bewegen sich immer weiter in Richtung Geschwindigkeit und Bequemlichkeit – insbesondere im Kreditgeschäft – wozu die alternativen Lösungen gegenüber dem aktuellen Standard Video-ID Vorteile bieten. Diese sind jedoch hinsichtlich der jeweiligen Kundenzielgruppe in Bezug auf ihre möglichen Nachteile und Barrieren zu bewerten. 

Neben einer optimierten Customer Experience spielen für eine abschließende Entscheidung natürlich die Kosten der KYC-Verfahren eine entscheidende Rolle. Als Richtschnur kann man annehmen, dass Video-ID als digitale Lösung niedrigere Kosten als PostIdent aufweist. Im Vergleich mit den weiter automatisierten Lösungen sind die Kosten jedoch aufgrund des nötigen Personaleinsatzes in der Regel höher.

Eine empfehlenswerte Grundlage ist eine flexible technologische Infrastruktur, die durch entsprechende Schnittstellenkompetenz die Anbindung der individuell gewünschten KYC-Lösung ermöglicht. Ein denkbares Szenario könnte z. B. sein, dass man den Kunden im Antragsprozess eine Auswahl verschiedener Identifikationsmethoden anbietet, vergleichbar mit der Entscheidung für eine Zahlungsoption in E-Commerce Checkouts.

Unsere end-to-end Lösung BANCOS Onboarding für vollautomatisierte Antragsprozesse beinhaltet eine solch flexible Schnittstellen-Architektur – u.a. für den Bereich KYC. Informieren Sie sich hier online und nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf, wenn Sie individuelle Beratung oder eine persönliche Demo wünschen.